Pfarre Cyrill & Method | Gedanken am 1.4.2020 – die Wahrheit wird euch frei machen
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Gedanken am 1.4.2020 – die Wahrheit wird euch frei machen

Gedanken am 1.4.2020 – die Wahrheit wird euch frei machen

“Ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.” (Joh 8:32)
Es geht hier nicht um eine äußerliche Freiheit, was darf ich und was darf ich nicht, sondern um die innerliche Freiheit. Wann kann ich nach meinen eigenen Überzeugungen und tiefsten Sehnsüchten bestimmen, wie ich in den vorhandenen Umständen und Freiräume handle und denke, und wann werde ich nur von momentanen Gefühlen getrieben, bzw. wann reagiere ich bloß auf Umständen, ohne eigene Vision und Plan?

Um so frei zu sein, muss ich mich selber kennen, sowie auch meine eigentliche Ziele — was für den gläubigen Christ in Jesus Christus offenbart wird, so ist Christus selber diese Wahrheit, die uns frei macht.

Jetzt möchte aber nicht so sehr auf diese christliche Überzeugung eingehen, sondern auf unsere Freiheit im Alltag.

Die äußerliche Freiheiten sind uns derzeit eingeschränkt. Es wird geregelt, wie und wozu wir auf öffentliche Plätze gehen dürfen. Manche oder befinden sich in Quarantäne und dürfen zwei Wochen lang die Wohnung nicht verlassen. Doch bleibt es uns überlassene, wie wir damit umgehen.

  • Wir können uns über die böse Welt oder die böse Regierung beschweren, die uns das aufzwingt.
  • Wir können die (teils aufgezwungene) Ruhe nützen, um Schönheiten zu genießen. Heute zum Beispiel konnte ich in aller Ruhe, ohne Zeitdrang, den Sonnenaufgang von meinem Wohnzimmer aus genießen.
  • Wir können die Zeit vertrudeln, indem wir nur stundenlang vor dem Fernsehen sitzen.
  • Wir können die Zeit nutzen, Dinge nachzugehen, zu denen wir sonst nicht kommen.

Manche Gedanken und Gefühle kommen von selber, auch negative, z.B. Einsamkeit, Traurigkeit, Unsicherheit, Angst. Um dabei frei zu bleiben, hilft es mir, zu erkennen: mich selbst und was mich bewegt; was und wohin ich will in dieser Zeit; was ich dafür brauche. Dann erst bin ich in der Lage, dann erst bin ich frei, zu entscheiden, das zu tun, was mich dorthin führt, was ich will. z.B.

  • Ich möchte das Beste aus der Situation machen.
  • Ich möchte, konkret… z.B. anderen helfen durch ermutigende Worte oder durch praktische Hilfe (z.B. Einkäufen), oder Krafttraining machen, oder ein Musikinstrument üben, oder mich über das Gute und Schöne was doch da noch ist freuen.
  • Um dabei zu bleiben und das zu tun, brauche ich… z.B. regelmäßigen telefonischen Kontakt mit Freunden, oder Freiluft am Balkon oder im Freien bzw. Blick auf die Natur vom Fenster, eine fixe Stunde für die Aktivitäten, oder ein Dankbarkeitstagebuch, wo ich alles schönen am Tag aufschreibe…

Als Anregung dazu füge ich die “zehn Gebote der Gelassenheit” hier an, die Papst Paulus VI zugeschrieben sind, und empfehele auch das Video von Johannes Hartl: “Mir fällt die Decke auf den Kopf” – 20 Tipps für Quarantäne und Isolation (Dauer 15 Minuten)

10 Gebote der Gelassenheit

1. Leben

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Sorgfalt

Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern … nur mich selbst.

3. Glück

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin – nicht nur für die anderen, sondern auch für diese Welt.

4. Realismus

Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Lesen

Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Handeln

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen – und ich werde es
niemandem erzählen.

7. Überwinden

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Planen

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9. Mut

Nur für heute werde ich keine Angst haben –  und mich an allem freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

10. Vertrauen

Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten –, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

Quelle: www.kirchenzeitung.at/site/archiv/article/10090.html

2 Kommentare
  • Regina Nonnis
    Veröffentlicht um 10:57h, 01 April Antworten

    Lieber Joseph,
    danke für deine täglichen, aufbauenden Worte!
    Ja, der Blick auf das Schöne und auf das “nur für heute” hilft auch mir über diese herausfordernde Zeit zu kommen.
    Ich wünsche euch allen für heute viele schöne Erlebnisse!
    Regina

  • Heinz Hödl
    Veröffentlicht um 16:48h, 01 April Antworten

    Danke Joseph für die aufbauenden Worte und Hinweise.
    Es bedeutet für mich, jeden Tag so annehmen, wie er kommt und suche die Gegenwart mit Gott in allem was mir begegnet. Ein erfolgreicher Tag ist ein Tag, an dem mein Kontakt mit Gott nicht abgebrochen ist, auch wenn nicht alles auf meiner To-do-Liste schon abgehackt werden konnte. Wenn ich Gott vertraue wird er nicht von meiner Seite weichen. („Denk an ihn bei allen was du tust; er wird dir den richtigen Weg zeigen.“ Sprüche 3,6).

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