Pfarre Cyrill & Method | Gedanken am 27.03.2020 – Leben und Tod
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Gedanken am 27.03.2020 – Leben und Tod

Gedanken am 27.03.2020 – Leben und Tod

Wir werden alle sterben.

Nein, nicht am Coronavirus. Das werden wir überleben. Aber jeder von uns wird einmal sterben. Das können wir eh nicht verhindern. Was wir tun können, ist gut zu leben. Freilich bedeutet das auch, uns und anderen keine vermeidbare und übermäßige Risiken auszusetzen, und das generell, nicht nur zu Coronazeiten.

Angesichts der Coronakrise wird immer wieder diskutiert, wie viel können wir Menschen auferlegen oder zumuten, um Leben zu retten bzw. Krankheit und Tod zu verhindern? Beim jahrelang umstrittenen Thema des Rauchverbots in der Gastronomie ging es auch um eine ähnliche Frage — rechtfertigt die Sorge um die Gesundheit von Drittpersonen die Einschränkung der Freiheit der Einzelnen? Die Meinungen gehen weit auseinander: manche meinen, die Maßnahmen hätten früher begonnen und noch strenger werden müssen; andere meinen, sie sind sehr übertrieben.

Hier könnte der christliche Glaube eine verbindende Rolle spielen. Wir glauben an Christus, der Gottes Liebe in seiner Liebe bis zum Tode sichtbar gemacht hat, und der von dem Tode auferstanden ist. So sind wir überzeugt: der Tod ist nicht das schlimmste und Gesundheit nicht das wichtigste; das wichtigste im Leben ist die Liebe und der Tod ist Tor zum ewigen Leben in Gottes Liebe. So “relativiert” der christliche Glaube die Angst vor der Pandemie, indem er uns einen tieferen Blick auf den Sinn des Lebens und des Todes verleiht.

Aber die Liebe bewegt uns, genau so für andere einsetzen und zu sorgen wie für uns selbst. So bestätigt der christliche Glaube wie wichtig es ist, die Gefahr der Krankheit ernst zu nehmen, aus Liebe zu den Menschen, die davon betroffen werden können.

Nach dem Zeugnis der Evangelien ist der Jesus, der bewusst und freiwillig auf seinen Tod zugeht, der Jesus, der auch Angst vor dem Leiden und Tod erlebt. Der Jesus, der den Sieg Gottes über den Tod gewiss ist, ist derselbe Jesus, der über den Tod seines Freundes Lazarus weint.

Es ist ein fruchtbares Paradox des Christentums. Weil wir an den Sieg der Liebe über den Tod glauben, wissen wir, das Leben zu schätzen, und uns dafür einsetzen.

1Kommentar
  • Heinz Hödl
    Veröffentlicht um 13:51h, 27 März Antworten

    Ein Leben in dieser Welt ganz ohne Leid oder Kreuz ist nicht vorstellbar. Sowohl körperliche Schmerzen als auch seelisches Leid können einen Menschen an den Rand seiner Existenz führen und sogar dazu bewegen sich selbst das Leben zu nehmen. Jesus Christus ist Gott Mensch geworden, um uns in allem, was unser Leben ausmacht, nahe zu sein und beizustehen. Mit der Hingabe an ihn legen wir unser Kreuz und alles, was uns bedrückt, in seine Hände. Wenn wir uns bewusst sind, dass Gott immer bei uns ist, können wir uns auch inmitten umwälzender Veränderungen – insbesondere im Rahmen der Corona-Pandemie – sicher fühlen.

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