Pfarre Cyrill & Method | Gedanken am 28.03.2020 – Das Lamm Gottes
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Gedanken am 28.03.2020 – Das Lamm Gottes

Gedanken am 28.03.2020 – Das Lamm Gottes

“Ich selbst war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird.” (Jer 11, 19) Einer, der nicht versucht, das was auf ihn kommt zu entgehen. Jeremia wie auch Jesaja verwenden dieses Bild eines Lamm, das geschlachtet wird. Die Aposteln sehen in Jesus dieses Lamm, das in der letzten Instanz sich nicht durch Gewalt durchsetzt, sondern widerstandslos ausgeliefert wird. Und darin die Erlösung des Menschen: “Seht das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt.” (Jn 1,29).

Der Tod ist nach biblischem Verständnis Folge der Sünde — d.h., Gott hat was anderes für Menschen vorgesehen. Mit der Hingabe Jesu bis zum Tod nimmt er auch diese Folge an, “trug die Sünden von vielen”. Es geht aber nicht um die Abstrafe von menschlicher Schuld, als ob Gott Strafe verlangt und Opfer braucht, um versöhnlich gestimmt zu werden. Umgekehrt, Gott gibt sich selbst, taucht selber in diesen Teil der Geschichte, in Jesus leidet selber mit uns und stirbt, macht Leiden und Tod damit zu einem Ort der Liebe. Wenn wir von Erlösungsopfer Christi sprechen, ist es nicht sein Leiden an sich, der uns erlöst, sondern seine Liebe.

Den Vorgang kennen wir auch aus unseren Leben. Es gibt Situationen, die nur durch ein freiwilliges Opfer von Menschen heil werden können. Kranke, die sich nicht mehr selbst helfen können, Krisen in Beziehungen… oft hilft nur eine Liebe, die auch zum Opfer bereit ist. Der Tod Jesu ist das Opfer, in dem Gott selbst uns diese Liebe zeigt, eine Liebe die sich nicht zurückzieht, auch wenn sie mit Ablehnung konfrontiert wird.

Diese Liebe, die sich im und am Kreuze zeigte, wird in der Eucharistie gegenwärtig. “Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.” Es ist Christus selbst, der dem Vater Lobpreis darbringt und sich uns als Brot gibt. Eucharistie ist nicht nur ein Mahl, sondern auch die Gegenwart der Hingabe und der Liebe Christi. Wenn wir in dieser Zeit nicht gemeinsam dieses Mahl in der Kirche feiern können, bleibt der Herr gegenwärtig unter uns, auch in diesem Sakrament und Zeichen, um uns zu trösten in unseren Ängsten und Leiden, um uns zu stärken auf unserem Weg, um in uns dem Vater dankbar und vertrauensvoll zuzuwenden.

1Kommentar
  • Heinz Hödl
    Veröffentlicht um 09:11h, 28 März Antworten

    Lieber Joseph,
    deine Worte berühren mich zutiefst. „Es gibt Situationen, die nur durch ein freiwilliges Opfer von Menschen heil werden können“. Das ist eine starke Aussage, aber vor allem in diesen Zeiten der Corona-Pandemie sehr zutreffend. Täglich sehen wir es vor allem in Italien, wo Tausende bis zum Umfallen arbeiten und auch viele Gefahren auf sich nehmen. Nicht wenige daran schon gestorben sind. Das sind die Heiligen von heute.
    Ich darf zusammen mit dem Herrn, die wunderbare Erfahrung machen: Wenn ich im Gebet mich selbst aufgebe, meine Gefühle, meine Gedanken und Vorstellungen, meine Wünsche und Erwartungen, dann kommt Gott mir mit seiner Gnade entgegen.

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