Pfarre Cyrill & Method | Gedanken am Gründonnerstag 9.4.2020 – Bewusster Empfang der Hl. Kommunion
19014
post-template-default,single,single-post,postid-19014,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-content-sidebar-responsive,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-14.2,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,wpb-js-composer js-comp-ver-6.2.0,vc_responsive

Gedanken am Gründonnerstag 9.4.2020 – Bewusster Empfang der Hl. Kommunion

Gedanken am Gründonnerstag 9.4.2020 – Bewusster Empfang der Hl. Kommunion

Vor einigen Tagen habe ich unter anderen die Hoffnung ausgedrückt, dass wir nach der Krise manches im “normalen Leben” anders sehen und mehr schätzen als vorher. Gestern habe ich einen Blogpost (auf Englisch) gelesen, der ausgehend von der eigenen Erfahrung des Autors diese Idee im Blick auf die Heilige Kommunion aufgreift. Nach einigen Wochen ohne Möglichkeit zu kommunizieren, hat er und seine Familie den Empfang der Kommunion viel intensiver erlebt, und er würde überlegen, auch nach der Krise, seltener die Hl. Kommunion zu empfangen, dafür viel bewusster und mit viel mehr Vorbereitung.

Für diese Idee spricht schon manches in der biblischen, spirituellen und theologischen Tradition. Unbeschadet der Lehre des Konzils von Trient über die Wirkung der Sakramente “ex opere operato” (also auf Grund von Christi Wirken), haben unsere Einstellung beim Empfang der Sakramente maßgebenden Einfluss darauf, wie die Sakramente de facto in unserem Leben wirken. (“Alles, was empfangen wird, wird gemäß dem Zustand des Empfängers empfangen”, schreibt z.B. Thomas von Aquin) Schon der Apostel Paulus, in seiner Erklärung warum es notwendig ist, wenn wir die Kommunion empfangen, Nächstenliebe und Rücksicht aufeinander zu zeigen, schreibt: “Jeder soll sich selbst prüfen; erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Kelch trinken. Denn wer davon isst und trinkt, ohne den Leib zu unterscheiden, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt.” (1 Kor 11,28-29)

Ich selber habe auch überlegt, an Wochentagen auf die Messfeier und den Empfang der Kommunion zu verzichten, in diesem Sinne der Vorbereitung auf ein viel bewusstere Feier am Sonntag sowie in Solidarität mit den vielen, die Sehnsucht nach der Kommunion haben und sie derzeit nicht empfangen können. Aufgrund verschiedener Überlegungen, auch der allgemein Empfehlung des Kirchenrechts und des ausdrücklichen Wunsch des Bischofs, dass wir Priester täglich die Messe feiern, feiere ich täglich die Hl. Messe für die Gemeinde, Kirche und Welt, und empfange dabei natürlich die Hl. Kommunion. Unter den aktuellen Umständen wird mir auch so noch stärker bewusst, was für ein Geschenk dieses Sakrament grundsätzlich ist.

2 Kommentare
  • Gerhard Klim
    Veröffentlicht um 00:12h, 10 April Antworten

    Lieber Pfr. Joseph, danke für diese wunderbaren Gedanken. Ja, wie oft gehen wir zur Kommunion ohne das wir uns bewusst sind, Wen wir da empfangen dürfen. Es ist nicht nur ein Stück Brot, nein es ist der wahre Leib Christi. Ein so traumhaftes Geschenk und wir gehen oft so sorglos damit um. Es ist so wichtig, diese Worte aus dem 1, Korinther-Brief sich immer wieder im Gedächtnis einzuprägen. Da auch ich im Moment auf Kurzarbeit bin, kann ich viele Messen über das Internet täglich verfolgen. So hörte ich aus dem Kölner Dom von Domkapitular Dr. Dominik Meiering, der die Worte von Augustinus wiedergab: “Seid was ihr seht und empfangt was ihr seid – der Leib Christi” (https://www.augustinus.de/einfuehrung/texte-von-augustinus-mit-online-uebers/oesterlicher-festkreis/244-sermo-272-osterpredigt-fuer-neugetaufte). Wie Sie es so schön am Ende sagen: “was für ein Geschenk ist dieses Sakrament”. Wir müssen uns dieses Geschenkes wieder bewusst werden. Empfangen wir Christus wieder mit Ehrfurcht, Reinheit und Demut. Wir dürfen Ihn wahrhaftig in uns aufnehmen. Christus will mit uns vereint sein, Er will unser Zentrum sein und Er muss es wieder werden. Nicht wir sind wichtig, nicht uns gebührt Lob und Dank, sondern nur Ihm: Jesus Christus.

  • Heinz Hödl
    Veröffentlicht um 09:26h, 11 April Antworten

    und Dank, sondern nur Ihm: Jesus Christus.

    Ich möchte dir lieber Pfarrer Joseph und dir lieber Gerhard vollinhaltlich beipflichten und für diese Texte danken. Ja, man kann man bewusst auch auf die hl. Kommunion verzichten. Die Bischöfe haben jetzt in der Zeit der Corona-Pandemie die Gläubigen von der Sonntagspflicht befreit. Zugleich empfehlen sie aber allen Gläubigen, sich innerlich und geistlich mit Gott und der Kirche zu verbinden: durch Gebet, Schriftlesung, Gottesdienstübertragungen im Fernsehen oder Internet. Wir dürfen glauben, dass die geistliche communio sowohl mit Gott als auch in der Gemeinde in solch einer Notzeit auch ohne sichtbare Kommunion fortbesteht und in Formen, wie die Bischöfe sie nennen, gepflegt werden kann.

Schreibe ein Kommentar