Pfarre Cyrill & Method | Palmsonntagspredigt 5.4.2020
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Palmsonntagspredigt 5.4.2020

Palmsonntagspredigt 5.4.2020

Wenn Jesus heute in die Stadt Wien kommen würde, was würden wir von ihm erwarten, erbitten, erhoffen? …

Damals haben viele mit Jubel einen König erwartet, der sie von der römischen Macht befreien wird. Zu ihrer Enttäuschung entdecken sie: Jesus kommt nicht als ein Held mit dem Schwert, sondern als einer, der keinen Widerstand leistet. Bald dreht die Stimmung um: Weg mit ihm! Ans Kreuz mit ihm!

Auch heute erwartet manche von Gott, er müsste uns von den Problemen retten, die wir nicht lösen können. Er müsste uns jetzt z.B. von einer Ansteckung schützen. Manche kirchliche Kreisen haben so die Aussetzung von öffentlichen Gottesdienste als Zeichen vom mangelnden Glauben gedeutet.

Aber auch heute greift Gott nicht so ein. Manche sind enttäuscht, oder haben sich schon damit abgefunden und Gott den Rücken gekehrt. „Ein Gott, der diese dringende Probleme nicht löst, bringt uns nicht. Wir schauen auf uns selber.“

Wer ist dieser Jesus?

Jesus ist kein ferner Gott, der nichts mit meinem Leben zu tun hat; er ist auch nicht der große König, der seinen Heils- und Friedenswillen gewaltig durchsetzt.

Jesus ist ein Gott, der mir nahe ist als Mensch, mit meinen Fragen, im Schmerz, in der Angst und in der Einsamkeit. Er ist ein Gott, der sich das alles zumutet, ja freiwillig antut.

Jesus ist ein Gott, der zu seinen Geliebten hingeht. Wir leiden Schmerzen, fühlen uns einsam, fragen uns wohin die Reise geht… so kommt Gott, der uns liebt, zu uns, macht unser Leid, Schmerzen, Angst, zu seinen eigenen.

Jesus ist ein Mensch, der das Gefühl der Gottesverlassenheit, die tiefste Verzweiflung und die Angst vor dem Tod kennt. Und er bringt Gottes Liebe dort hinein, um uns Menschen die Gewissheit seiner Liebe zu geben, die nie versiegt.

Manche haben heute Angst um ihre Gesundheit oder die ihrer Geliebten. Manche fühlen sich einsam. Manche haben Sorgen um ihre finanzielle Situation, fühlen sich ungerecht behandelt. Manche träumen aber auch von einer besseren Welt. Ja, vieles bewegt uns in diesen Tagen.

Ich lade euch ein, alles, was euch bewegt, in die Passionsgeschichte mit hinein zu nehmen. In Jesus hat sich Gott mit uns identifiziert. Wir dürfen unsere und die weltweite Passionsgeschichte als Teilnahme an Jesu Leidensweg begreifen, und die Zuversicht haben: die Liebe, die wir dabei bewähren, wird auch heutedie Frucht eines neuen Lebens bringen.

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