Pfarre Cyrill & Method | Predigt am 3. Adventsonntag, 13.12.2020
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Predigt am 3. Adventsonntag, 13.12.2020

Predigt am 3. Adventsonntag, 13.12.2020

Es ist eine schwere, eher deprimierende Situation…. Das Volk hat sich auf das freie, eigenständige Leben in seiner Heimat nach der langen Zeit des Exils gefreut. Doch Armut, Ungerechtigkeit und Unsicherheit erschweren die Freude auf einen neuen Anfang. Täglich treten neue Sorgen auf, die drohen, die Hoffnung in Verzweiflung zu verwandeln.

Gerade hier singt Jesaja von der Freude über den Herrn. Trotz Mühsal und Entäuschungen hält er zu einem Vertrauen an dem Herrn fest, das sogar die Mühe selbst zu einer Freude macht. Eine Freude vergleichbar mit der Freude einer Trauung vergleicht.

„Von Herzen freue ich mich am HERRN! Meine Seele jubelt über meinen Gott“ Freude kann er nicht befehlen, nur seine Freude zeigen und den Grund dafür verkünden: Gott ist treu, und trotz aller Rückschläge bringt ER Neues hervor.

Heute steht es ähnlich, zwischen Isolation, Angst vor einer Ansteckung, Kündigung, oder Konkurs, eine zweite COVID-Welle und Vorzeichen einer dritten… könnte man etwas deprimiert werden, und es werden auch viele.

Wir können uns aber auch freuen über das, was noch möglich ist. Und wir können uns auch freuen über das, was Gott tut, gerade wo wir uns schwach, hilflos oder überfordert fühlen.

Der heutige Gaudetesonntag steht im Zeichen der Freude an Gott, der als kleines, schwaches, Kind in unsere Welt eingetreten ist, in die Armseligkeit des Stalls hinein. Ein demütiger Gott, für den nichts zu klein ist, nichts zu schäbig. Im Stall, wo Tierfutter und Mist herum gelegen hat, wird Gott geboren. Er möchte auch in uns kommen. Wir sind innerlich vielleicht auch nicht ganz rein. Aber gerade dort, wo Mist in uns liegt, will Gott in uns geboren werden.

Eine besondere Möglichkeit, ihn so zu empfangen, ist eine Weihnachtsbeichte. Die Beichte kann Anlass für einen Weihnachtsputz sein, Gewohnheiten aufzuräumen, die sich fast unbemerkt angesammelt haben, wie Staub in der Ecke. (Selbstmitleid, Neid, hinter dem Rücken von anderen reden, Missbrauch vom Essen oder Trinken, was auch immer unser Laster sind…)

Wesentlicher ist aber diese Gewissheit, er erwartet von uns kein blank geputztes Herz, ihn zu empfangen, sondern kommt zu uns mit all unseren Ecken, Kanten, und Schwächen, wo wir ihm nur einen schäbigen Stall anbieten können.

Johannes ruft uns, nicht in vergangenen Fehlern oder Enttäuschungen stecken zu bleiben, nicht bei all dem, was uns belastet oder ärgert, sondern in Jesus das Licht in der Finsternis zu entdecken. Amen.

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