Pfarre Cyrill & Method | Predigt am Aschermittwoch 17.2.
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Predigt am Aschermittwoch 17.2.

Predigt am Aschermittwoch 17.2.

Heuer sind viele Dinge für die Fastenzeit schon vorgegeben oder nahe liegend – wir müssen gar nicht viel aussuchen, worauf wir verzichten. Vieles ist nicht möglich oder nur schwer möglich – Reisen, Essen im Gasthaus, Tanznächte oder der Film im Kino. Zeit, die sonst frei wäre, wird vielleicht auch schon in Anspruch genommen, um Menschen, betroffen von der Situation zu begleiten. (Kinder beim Lernen zu helfen, Kontakt mit Einsamen zu pflegen…)

Der Wegfall von vielem, was Stabilität und Vertrautheit im Leben gegeben hat, lädt zum innerlichen Gebet ein, zum Suchen nach dem Ewigen in dem Wechsel der Zeiten, nach Kraftquellen im Inneren des Herzen.

Wir brauchen also nicht so sehr bestimmte externe Übungen aussuchen – nur falls und soweit das hilfreich ist – sondern die passenden Einstellungen zu all dem einnehmen, was ohnehin gegeben und uns auferlegt ist.

Auch Jesus geht davon aus, dass wir fasten, beten und Bedürftigen helfen, lenkt unsere Aufmerksamkeit aber vor allem auf unsere Einstellung dazu. Ich muss nicht anderen oder mir selbst oder Gott beweisen, wie stark ich bin, wie großzügig ich bin, wie viel ich kann. Ich will mich selbst, meine Neigungen und Wünsche besser erkennen, ich will mir klar darüber werden – von diesem und jenem hängt Lebensfreude nicht ab – damit ich freier werde für einen guten Umgang mit mir selbst, für ein gutes Miteinander mit anderen Menschen, für eine lebendige und kraftvolle Beziehung mit Gott.

Zwei konkrete Ideen möchte ich dazu geben:

1. Wo wir ohnehin auf vieles verzichten müssen, versuchen wir, überall das Schöne und das Gute und die Freude zu finden, an den Dingen, die wir jetzt haben und jetzt tun können.

2. Auch wenn wir uns schon lang nach dem Ende der Einschränkungen sehnen, nutzen wir noch diese besondere Zeit aus. Wo rund um uns herum so Vieles auf den Kopf gestellt wurde und in Frage gestellt wird, überlegen wir, was wir nachhaltig anders sehen, wertschätzen, und tun möchten… letzten Mai habe ich dazu angeregt, sich selbst einen Brief zu schreiben, wo man solche Wünsche und Vorhaben festhält. Die Vertiefung neuer persönlicher Einstellungen könnte ein wertvolles Projekt für die ganze Fastenzeit sein.

Denn wir empfangen das Aschenkreuz als Zeichen nicht nur der Vergänglichkeit unseres Lebens, sondern auch unserer Bereitschaft und unseres Willens, das Leben neu zu denken in Jesus Christus, der den Weg zum erfüllten und zum ewigen Leben erschlossen hat.

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