Pfarre Cyrill & Method | Predigt am Pfingstmontag 24.5.2021
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Predigt am Pfingstmontag 24.5.2021

Predigt am Pfingstmontag 24.5.2021

„Diese Gebeine sind das ganze Haus Israel… Sie sagen, ausgetrocknet sind unsere Gebeine, unsere Hoffnung ist untergegangen, wir sind abgeschnitten.“
Kennen wir solche Situationen? In der Familie oder im persönlichen Leben? Verflixte Situationen, aus denen man kaum mehr Hoffnung hat, heraus zu kommen? Wo nach vielen Kränkungen, man fühlt sich nur mehr in der Lage, einer bestimmten anderen Person aus dem Weg zu gehen?

Wo alles schief läuft in einer Beziehung? Wenn beide sich gegenseitig die Schuld für alles den anderen zu Füßen legen… weil klar ist, die sind schuld?

Wo nach jahreslangem Ringen mit einem Problem, d. Problem ist noch größer?

Oder in der Kirche? … Ich höre öfters Sorgen, fast Verzweiflung über die Überlebensaussichten der Kirche aus ganz unterschiedlichen Perspektiven.

Aus der Tradition bzw. wo Glaubenstradition undifferenziert über alles steht: nichts ist heilig mehr, der Glaube wird von innen ausgehöhlt, indem alles geändert oder zum Tode verschwiegen wird, was für modernes Denken und moderne Gesellschaft anstößig ist, und sei es die Auferstehung oder die Worte Jesu selber. Wenn Christ-sein nur mehr das Streben bedeutet, ein guter Mensch und Staatsbürger zu sein, braucht kein Mensch mehr die Kirche, sie löst sich von selber auf…. diese wird zuweilen als Warnung formuliert, verbirgt aber vlt. auch die Angst, selber den Anker des Glaubens zu verlieren.

Aus dem Leben mit einen Fuß in der Kirche und einen in der normalen Gesellschaft – auch positiv gemeint: die Kirche steckt in zahllosen Lehren, Strukturen und Einstellungen fest, die im Widerspruch zu Grundüberzeugungen einer demokratischen Gesellschaft von heute stehen – im Blick auf Selbstverstimmung, Verhütung und weitere Punkte der Sexualmoral, Demokratie und das Recht des Volks, die Rolle von Frauen, etc. – scheint die Kirche die Einstellung zu haben, „lieber sterben als sich ändern“.

Ich kann beiden Seiten gut verstehen. Ich finde es auch eine Stärke dieser Gemeinde, dass ein gegenseitiges Verständnis da ist, wenn es auch sicher Luft nach oben gibt.

Wo liegt die Lösung? Die haben wir nicht, auch die Bischöfe und Papst nicht…

Das sage ich nicht in Verzweiflung, sondern in Hoffnung in seinem theologischen Sinn, in der Hoffnung, die auf Gott ruht…. Die Geheimnisse des Reiches hat Gott „den Weisen und Klugen verborgen… und den Unmündigen offenbart.“ …

St Antoine de st Exupery es ausdrückte: „Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ Und der Theologe Thomas von Aquin betont nachdrücklich – das verlässlichste Wissen ist nicht das, was vom Studium und diversen Überlegungen kommt, sondern aus einer Sympathie… allem voran aus der Liebe…

Überall, und immer, wo wir uns von ihm führen lassen, wo wir die Anregungen folgen, die Geist der Liebe in unseren Herzen gibt, sind wir auf dem guten Weg… auch wenn dieser Weg von dem abweicht, den andere gehen.

Die Aposteln, die in verschiedenen Sprachen gesprochen haben, haben einander wahrscheinlich nicht alle verstanden. Aber die Botschaft ist dort angekommen, wo der Hl. Geist es haben wollte. Das gilt für die große Kirche, es gilt für unsere kleinere Gemeinschaften. Wer den Heiligen Geist führen lässt, ist auf dem richtigen, einem guten Weg.

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