Pfarre Cyrill & Method | Predigt am Sonntag 21.2.2021
21568
post-template-default,single,single-post,postid-21568,single-format-standard,ajax_fade,page_not_loaded,,hide_top_bar_on_mobile_header,qode-content-sidebar-responsive,qode-child-theme-ver-1.0.0,qode-theme-ver-14.2,qode-theme-bridge,disabled_footer_top,wpb-js-composer js-comp-ver-6.6.0,vc_responsive

Predigt am Sonntag 21.2.2021

Predigt am Sonntag 21.2.2021

Wir bereiten uns auf das Taufbekenntnis zu Ostern, wir wollen Böses lassen und Gutes tun. Wir üben uns in dem Ringen um das Gute, trotz diversen Versuchungen, die uns hindern können.

Versuchung… Ich will etwas tun, aber etwas in mir will etwas anders…

Ich will verstehen, was mein Partner, meine Partnerin bewegt, aber etwas in mir will ihn oder sie gleich urteilen…

Mir geht es manchmal so: wenn jemand mir sagt, was als Kritik gemeint werden könnte, und es mir nicht gelingt, entweder emotionale Distanz oder umgekehrt wertschätzende emotionale Nähe zur Person zu halten, fühle ich mich gleich angegriffen und bin vorschnell mich zu verteidigen, ich nehme die Botschaft dadurch vielleicht gar nicht erst richtig auf.

Oder ich will mich gesund nähren, aber das Süße verlockt mich, Bier oder Wein bietet mir sofortige Spannung nach einem stressigen Tag an (ohne dass ich die Ursachen aufklären muss oder mich verändern muss).

Oder ich will Kraft aus dem Glauben haben, aber wenn ich mich hinsetzen zum stillen Gebet, kommen sofort viele Gedanken, was ich sonst tun müsste, sollte, möchte, der Gedanke, das ist eine sinnlose Verschwendung meiner Zeit, ich bin doch nicht als Mönch beschaffen!

Jede Versuchung funktioniert nur, weil wir auf der Suche sind, weil wir eine Sehnsucht nach Erfüllung haben, nach Freiheit, Frieden, Liebe.

Wir können versucht werden, uns über unsere Kinder zu ärgern, weil wir uns nach liebevoller Familiengemeinschaft sehnen, und werden frustriert, weil sie noch so verwirklicht wird, wie wir träumen.

Diese Sehnsüchten können sich in Süchte ausarten: Alkoholsucht, Rauchsucht, Sexsucht, Arbeitssucht, Computerspielsucht, Internetsucht, wie auch manche sozial akzeptierte suchtartige Zwänge – immer neue Kleidung zu brauchen oder das neueste Handy, sich dreimal am Tag wiegen zu müssen, fünfzig mal über die Gesundheit reden… ständig über alle schimpfen…

Gewisse Sehnsüchte liegen immer hinter den Versuchungen, die wir erleben.

Jesus spürt Versuchung intensiv. Noch intensiver erfährt er aber die Liebe des Vaters, die die Sehnsucht erfüllt, die ihn den Versuchungen widerstehen lässt.

Wenn wir erleben, dass Gott unsere tiefste Sehnsüchten erfüllen kann, dann werden wir frei. Daher verbringen wir eine Zeit mit Jesus in der Wüste, um Gott zu suchen und zu erfahren, um so ganz frei zu werden.

Fastenzeit in diesem Sinne bedeutet nicht unbedingt weniger essen, es könnte auch bedeuten mehr zu essen als sonst (wer z.B. übermäßig auf die schlanke Figur aus ist), oder mehr zu schlafen (statt lang zu arbeiten). Wichtig ist: was hilft mir zu erkennen, was Gott zu mir sagt, was hilft mir, ihn in meinem Leben wahrzunehmen und zu spüren?

Noch keine Kommentare

Schreibe ein Kommentar