Pfarre Cyrill & Method | Predigt am Sonntag 7.3.2021
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Predigt am Sonntag 7.3.2021

Predigt am Sonntag 7.3.2021

Seit einigen Monaten hören wir von einer Corona-Müdigkeit, nehmen sie vielleicht auch in uns selbst wahr. Wer sich in der aktuellen Situation massiv eingeschränkt und unfrei fühlt, trägt die Maßnahmen und Empfehlungen, die dem Gemeinwohl dienen sollen, schwer mit, findet vielleicht auch Gründe, die für ihn diese ablehnende Haltung unterstützen würden.

Innere Freiheit zu erleben ist die Bedingung für ein gutes Miteinander – das immer, nicht nur in Corona-Zeiten, gewisse äußere Einschränkungen fordert.

Daher, vor den zehn Geboten erinnert Gott an die Befreiung. Sie sind kein Preis, den ich Gott dafür bezahle, dass er mir hilft. Sie dienen dazu, dass ich wirklich frei werde, dass die Erlösung bei mir und bei allen ankommt.

Bei den ersten drei Geboten geht es direkt um die Beziehung zum Gott den Erlöser. Bei den anderen geht es darum, die von ihm geschenkte Freiheit zu entfalten Freiheit, die er mir schenkt, und die auch anderen erleben dürfen sollen.

Der Tempel dient der Erinnerung an Gottes befreiendem Wirken, er soll ein Ort sein, wo man in Kontakt mit Gott eintritt und ihn erfährt. Doch das Geschäft, das betrieben wurde, um allen Vorschriften für den Gottesdienst und die Tempelopfer gerecht zu werden, hat sich so entwickelt, dass es die Begegnung mit Gott eher verhindert als ermöglicht. Darüber wird Jesus richtig empört! Seine Menschenliebe, die sich in Barmherzigkeit gegen Betrüger und Ehebrecher zeigt, zeigt sich auch im Eifer für würdige Bedingungen im Tempel – denn eine Gottesbeziehung ist lebensnotwendig für die Menschen, die er liebt.

Gibt es Manches heute in der Kirche oder in der Liturgie, die von der Begegnung mit Gott ablenkt? … Aktuell empfinden manche die hygienische Maßnahmen als eine abstoßende Ablenkung… manche finden allgemein die detaillierten „sturren“ oder „veralteten“ liturgischen Vorschriften ein Hindernis zur echter Gemeinschaft und persönlicher Begegnung … andere finden genau in dieser Feierlichkeit und Tradition ein Zugang zum Geheimnis… Es ist keine leichte Aufgabe, die wir haben, unseren Gottesdienst im Sinne Jesu zu feiern…( keine leichte Aufgabe, die die Seminaristen angehen, und die der Herr Regens in ihrer Begleitung hat)

Unser Umgang mit dem Gottesdienst und miteinander kann auch hinführen zum Geheimnis. Hier möchte ich auch einen Lob weitergeben. Eine Person, die ich seit einiger Zeit begleite, hat in dieser Gemeinde eine Offenheit erlebt, die sie nicht anderswo erlebt hat, hat sich hier so willkommen und angenommen gefühlt, hat sich als Empfängerin dessen erlebt, wozu Paulus auffordert „Nehmt einander an, wie auch Gott euch angenommen hat.“ Solche Erlebnisse öffnen den Weg auch zu der Erfahrung, von Gott angenommen zu sein. An solchem „Erfolgszeichen“ dürfen wir uns freuen – denn „an ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ sagt Jesus.

Was würde Jesus aber heute aufräumen, in dem lebendigen Tempel, der Kirche, in dir und in mir? Wo haben sich bei mir Gewohnheiten angesammelt, die meine Beziehung zu Gott beeinträchtigen? Vorurteile über andere Personen, oder Vorbehalte gegen sie?… Ein schlechtes Bild von mir selbst? … Gleichgültigkeit oder Ungeduld, Depression oder Aggression aufgrund des andauernden Ausnahmezustandes?

Gelegentlich greift der Herr gewaltig ein, um solches bei uns aufzuräumen. Alle aber lädt er ein zu einem Selbsttaufräumen, einen spirituellen „Frühlingsputz“. Das Sakrament der Beichte kann eine Unterstützung dazu sein, trotz inneren Zwängen oder äußeren Schwierigkeiten, innerlich (wieder) frei zu werden. Ich lade schon jetzt zu unserer Nacht der Versöhnung an, mit Beichtmöglichkeit bei mehreren Priestern, und stehe auch selber donnerstags und nach Vereinbarung für dieses Sakrament bereit.

Das Zeichen, dass dieses Aufräumen Sinn macht und gut ist, dass Jesus dazu einladen oder auffordern „darf“,, ist das neue Leben der Auferstehung, das auch wir in der Kraft seines Geistes erleben, die auf ihn hören und ihm nachfolgen.

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