Pfarre Cyrill & Method | Predigt bei der Jugendmesse am 28.2.2021
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Predigt bei der Jugendmesse am 28.2.2021

Predigt bei der Jugendmesse am 28.2.2021

Es ist ok, nicht alles zu verstehen. Es ist nicht nötig, so zu tun, als ob wir schon alles wissen würden. Auch in Sachen des Glaubens.

Die Jünger und Jüngerinnen, die ständig mit Jesus waren, haben nicht gleich alles verstanden. Sogar Petrus, der erkannt hat, Jesus ist der Retter, den Gott den Juden versprochen hat, wusste nicht recht, was sich hier auf dem Berg abspielt.

Uns geht es auch so.

Ob du in einer Familie aufwächst, der stark in der Kirche integriert ist, und jeden Sonntag in die Kirche gehst, oder ob du seit der Erstkommunion nicht mehr in der Kirche warst, wird es manches geben, was du verstanden hast, und dich hier hierher bringt, wie auch manches, was du nicht so recht verstehst.

Meine Familie war schon ziemlich gläubig, wir sind immer in die Kirche gegangen, haben auch zuhause gebetet. Aber erst später habe ich das Beten wirklich verstanden, habe auch kapiert was das Beten bringen kann. – Davor habe ich „Mitgebetet“… aber dann gelernt zu Beten, zu Sprechen mit Jesus, und zuzuhören, in der Gewissheit, dass er da zu mir spricht, und habe die Erfahrung gemacht, unglaublich gestärkt zu werden. (In den Bemühungen um fair zu sein, den Frieden zu bewahren und gelassen zu bleiben, auch wenn nicht alles so super lief, den Mut zu haben, aufzustehen und gegen Missstände zu sprechen.)

Ich bin darauf gekommen, mein Weg ist als Priester oder in einem Orden, um für Menschen zu beten und Jesus bekannt zu machen. Aber erst auf dem Weg dorthin habe ich gelernt, was ich dann als mein Motto genommen habe – am größten, am Wichtigsten ist die Liebe – die Freundschaft also mit Jesus, Begeisterung für seine Sache aber auch Liebe zu den Menschen. (Das muss die Kirche auch immer neu lernen, wenn Teile ihrer Tradition oder Lehre Schwierigkeiten aufwerfen… – z.B. bei den Themen Homosexualität oder Frauen im Leitungsamt)

Wenn du nicht alles verstehst, was in der Messe getan und gelesen wird, was in der Firmvorbereitung gesagt wird, was in der Bibel steht, ist es ganz ok. Vielleicht kommst du nicht zurecht mit der Behauptung, in diesem kleinen Stück Brot kommt Jesus, Gott selber hier in unsere Mitte. Vielleicht fragst du dich, wie die Jünger damals, was heißt das, dass Jesus von den Toten auferstanden ist? Gehst das überhaupt? Wie passt das mit Biologie und Physik zusammen?

Solche Fragen und Schwierigkeiten sind in Ordnung. Wichtig ist, es gibt auch etwas, wo du fest daran glaubst oder zumindest glauben willst: was da in Jesus passiert ist und in seiner Kirche auch heute geschieht, (1) das ist eine großartige Sache (oder zumindest, das ist was Gutes, was Schönes), (2) das ist von Gott, (3) und ich will dabei sein!

Ob wenig oder viel. Lebe einfach, was du von dem Evangelium verstanden hast. Du kennst vielleicht aus eigener Erfahrung und der Erfahrung von anderen, was für eine Kraft Gott und Geben geben kann. Oder dich beeindruckt die Selbstlosigkeit und das Engagement von Jesus für Benachteiligten, Gemobbten, Unpopulären.

Was du vom Evangelium verstanden hast, was du als eine „frohe Botschaft“ verstehst, auch wenn es dir nur wenig zu sein scheint, lebe das.

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